Foto, verweile doch!

Die beiden Kinder, die einander den ganzen Tag das Spielzeug aus den Händen gerissen und gestritten haben, halten sich plötzlich in den Armen und drücken ihre kleinen Gesichter aneinander. Eine runde, weiche Wange schmiegt sich an die andere. Was für ein entzückender Anblick, fast schon zu süß. Noch bevor ich mich richtig darüber freuen kann, … Weiterlesen Foto, verweile doch!

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Radikale Passivität: Wie souverän ist Nicht-Handeln?

Irgendwann war da ein Missverständnis. Dass man mit bloßem Nichtstun nichts erreichen könne. Im Taoismus scheint man das Gegenteil gedacht zu haben: Nicht-Handeln war hier in gewissem Sinne die höchste Form der Souveränität. Einer der beeindruckendsten Ratschläge des Taoismus an den Souverän lautete nämlich, er möge "nichts tun und nichts ungetan lassen". Auf den zweiten … Weiterlesen Radikale Passivität: Wie souverän ist Nicht-Handeln?

Ringbahnlibellen – die zweite Staffel beginnt

Texte schweben nicht im luftleeren Raum, Diskurse sind nicht das Alpha und das Omega - und wir haben eine lange Pause gemacht, unschuldig und unschuldsbewusst, einen von diesen Aufschüben, weder geplant noch ungeplant. Uns kam wohl das Leben dazwischen? Ja, sogar ein neues Leben kam dazwischen - und leider auch der Tod. Und nun dachten … Weiterlesen Ringbahnlibellen – die zweite Staffel beginnt

Der gesetzliche Auftrag

Die Tür des Sachbearbeiters ist auf - ein Zeichen der Offenheit, das man in den langen Gängen des Neuköllner Jobcenters selten anfindet. Ein junger, agiler Sachbearbeiter begrüßt mich ungewohnt freundlich. Er wirkt tatsächlich motiviert, fast etwas aufgedreht. Seine gute Laune entspannt mich nicht unbedingt. Wie immer war die heutige Einladung mit der Androhung der Leistungskürzung … Weiterlesen Der gesetzliche Auftrag

Lebe ich noch oder arbeite ich schon?

Es ist vier Uhr morgens. Draußen liegt die große Stadt im Dunkeln, warme Luft trägt vereinzelt Gesprächsfetzen von der Straße durchs offene Fenster zu mir in die Wohnung. Ich laufe im Nachthemd mit wiegenden Schritten auf und ab, meine kleine Tochter auf dem Arm, die nicht mehr in den Schlaf findet. Von der Wohnzimmertür bis … Weiterlesen Lebe ich noch oder arbeite ich schon?

Mein Hartz-IV-Stipendium – eine Apologie

Eigentlich müsste ich gerade etwas anderes tun: Bewerbungen schreiben. Stattdessen bastle ich an meiner Verteidigungsstrategie. Statt mich aus der Komfortzone herauszubewegen, mache ich es mir auf der Küchenbank gemütlich. Die Bank ist sogar gepolstert. Es geht mir ganz gut. Schon das macht mich verdächtig. Ob ich es nicht überdrüssig geworden bin, mich zu erklären, zu … Weiterlesen Mein Hartz-IV-Stipendium – eine Apologie

Unvereinbar gleichzeitig

Simone de Beauvoir, 1908-1986. Der Name, dann eine Zeitspanne: Zwei Jahreszahlen klammern im Rückblick das Leben eines Menschen. Anfang und Ende. Was dazwischen lag, muss der kleine Bindestrich tragen: Auf ihm lastet alles, was die Person erlebt hat und ausmacht, vom Weltkrieg bis zum ersten Kuss. Catull, floruit ca. 60 v.C. Der Name, dann die … Weiterlesen Unvereinbar gleichzeitig